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Domain umziehen ohne Ausfall: So funktioniert der Providerwechsel

Irgendwann trifft es fast jeden Domaininhaber: Der Hoster wird zu teuer, der Support zu langsam oder das Projekt wächst aus dem Tarif heraus, und die Domain soll zu einem neuen Anbieter. Der Umzug selbst ist bei .de-Domains ein eingespieltes Standardverfahren, trotzdem gehen dabei regelmäßig Websites und Postfächer für Stunden oder Tage offline. Fast immer liegt das nicht an der Technik, sondern an der Reihenfolge. In diesem Artikel gehen wir den Providerwechsel einmal komplett durch, vom AuthInfo-Code bis zum Zeitplan, mit dem der Umzug unbemerkt über die Bühne geht.

Was beim Umzug eigentlich passiert

Zuerst ein kurzer Blick hinter die Kulissen, weil er viele Missverständnisse ausräumt. Deine .de-Domain ist bei der DENIC registriert, der zentralen Vergabestelle. Dein Provider ist nur der Verwalter, der die Domain für dich bei der DENIC führt. Ein Providerwechsel bedeutet also nicht, dass die Domain irgendwo hinbewegt wird, sondern nur, dass ein anderer Verwalter zuständig wird. Die Domain selbst, ihr Alter und ihre Registrierung bleiben unangetastet.

Getrennt davon läuft die Frage, wo deine Website und deine E-Mails liegen. Domain und Hosting sind zwei verschiedene Dinge, auch wenn viele Anbieter beides im Paket verkaufen. Du kannst die Domain umziehen und das Hosting behalten, oder umgekehrt. Die meisten Ausfälle passieren, weil beides gleichzeitig und unkoordiniert angefasst wird.

Der Schlüssel zum Umzug: der AuthInfo-Code

Damit nicht jeder fremde Domains umziehen kann, ist der Wechsel durch ein Passwort geschützt, den sogenannten AuthInfo-Code. Das ist eine Zeichenkette, die dein bisheriger Provider auf Anfrage erzeugt. Nur wer diesen Code besitzt, kann den Umzug beim neuen Anbieter beauftragen. Der Code ist zeitlich begrenzt gültig, bei .de-Domains sind es 30 Tage, danach verfällt er und muss neu angefordert werden.

Die Anforderung läuft je nach Provider unterschiedlich: Bei den meisten klickst du sie im Kundenmenü selbst an, bei manchen geht es über den Support. Seriöse Anbieter rücken den Code zügig heraus, denn sie sind dazu verpflichtet. Wenn ein Provider den Code verschleppt oder an Bedingungen knüpft, ist das ein Fall für eine freundliche, aber bestimmte Erinnerung an genau diese Pflicht. Für den Notfall, etwa wenn der alte Provider nicht mehr reagiert oder insolvent ist, gibt es bei der DENIC ein Ersatzverfahren, bei dem der Code auf dem Postweg direkt an den Domaininhaber geht.

Der Ablauf in fünf Schritten

Schritt eins: Bestandsaufnahme. Notiere dir, welche DNS-Einträge deine Domain aktuell hat, also wohin die Website zeigt und über welche Server die E-Mails laufen. Diese Liste ist deine Versicherung, denn beim Umzug setzt der neue Provider oft eigene Standardeinträge, und ohne deine Notizen weißt du hinterher nicht mehr, was vorher galt.

Schritt zwei: AuthInfo beim alten Provider anfordern. Kündige dabei noch nichts, das ist der häufigste und teuerste Fehler, dazu gleich mehr.

Schritt drei: Umzug beim neuen Provider beauftragen. Dort gibst du Domain und AuthInfo-Code ein, der Rest läuft automatisch zwischen den Anbietern und der DENIC. Der technische Wechsel selbst dauert meist nur Minuten bis wenige Stunden.

Schritt vier: DNS-Einträge beim neuen Provider prüfen und deine notierten Werte wiederherstellen, bevor oder unmittelbar nachdem der Wechsel durchläuft. Website-Ziel und Mail-Server müssen wieder exakt dorthin zeigen, wo deine Inhalte tatsächlich liegen.

Schritt fünf: Kontrolle. Website aufrufen, Test-Mail schicken und empfangen, und mit einem Blick in unseren Domaincheck prüfen, ob Nameserver, IP und Mail-Server das anzeigen, was du erwartest. Erst wenn alles läuft, kündigst du beim alten Anbieter den Resttarif.

So bleibt die Seite durchgehend erreichbar

Der Trick gegen Ausfälle ist unspektakulär: Sorge dafür, dass zu jedem Zeitpunkt gültige DNS-Einträge auf laufende Systeme zeigen. Wenn Hosting und Domain gemeinsam umziehen, baue erst die Website beim neuen Hoster komplett auf, richte die Postfächer ein und teste alles über Umwege, bevor die Domain wechselt. Dann zeigt die Domain nach dem Umzug sofort auf ein fertiges Zuhause statt auf eine Baustelle.

Plane außerdem die Trägheit des Systems ein. DNS-Änderungen verbreiten sich nicht sofort im ganzen Netz, die Zwischenspeicher der Provider halten alte Werte je nach Einstellung Minuten bis Stunden fest. Wer kann, senkt die Gültigkeitsdauer der Einträge, die sogenannte TTL, schon ein bis zwei Tage vor dem Umzug ab. Dann greifen die neuen Werte nach dem Wechsel deutlich schneller. Und leg den Umzugstermin auf eine ruhige Zeit, klassisch ist die Wochenmitte am Vormittag, wenn beide Support-Teams besetzt sind.

Die typischen Fehler, einmal komplett

Fehler eins: erst kündigen, dann umziehen. Manche Provider löschen die Domain am Vertragsende, statt sie für den Wechsel bereitzuhalten, und dann beginnt statt eines Umzugs eine Rettungsaktion. Immer erst umziehen, dann kündigen. Fehler zwei: die E-Mails vergessen. Die Website ist schnell umgezogen, aber die Postfächer beim alten Anbieter werden mitgelöscht, samt Archiv. Vorher sichern oder umziehen. Fehler drei: den AuthInfo-Code verbummeln, bis er abgelaufen ist. Fordere ihn erst an, wenn der neue Vertrag steht und du den Umzug direkt beauftragen kannst. Wer diese drei Klippen kennt, erlebt den Providerwechsel als das, was er technisch ist: Routine.

Die gern vergessenen Einträge: Subdomains, SPF und Co.

Ein Punkt verdient noch einen eigenen Absatz, weil er in fast jeder verunglückten Umzugsgeschichte vorkommt: die unscheinbaren DNS-Einträge abseits von Website und Postfach. Viele Domains haben über die Jahre Subdomains angesammelt, etwa für einen Newsletter-Dienst, ein Kundenportal oder Statistik-Tools. Dazu kommen die Texteinträge für den Mailversand, allen voran SPF und DKIM, die anderen Mail-Servern sagen, wer in deinem Namen senden darf. Fehlen diese Einträge nach dem Umzug, landet deine Post plötzlich im Spam-Ordner der Empfänger, und das fällt oft erst nach Tagen auf, wenn sich die ersten Kunden wundern.

Deshalb gehört zur Bestandsaufnahme aus Schritt eins wirklich die komplette Liste, nicht nur die zwei offensichtlichen Einträge. Die meisten Provider zeigen alle DNS-Einträge einer Domain auf einer Seite an, ein Bildschirmfoto davon reicht als Sicherung völlig. Nach dem Umzug gleichst du die neue Liste Eintrag für Eintrag mit dem Foto ab. Fünf Minuten Fleißarbeit, die dir eine Woche Fehlersuche erspart.

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Providerwechsel bei .de-Domains?

Der eigentliche Wechsel zwischen den Providern läuft meist innerhalb von Minuten bis Stunden durch. Rechne mit der DNS-Verbreitung zusammen mit einem Tag, bis wirklich jeder Besucher die neuen Einträge sieht.

Verliert die Domain beim Umzug ihr Alter oder ihre Rankings?

Nein. Registrierung und Historie der Domain bleiben unverändert, es wechselt nur der Verwalter. Rankings leiden höchstens dann, wenn die Website durch Umzugsfehler länger nicht erreichbar ist.

Was mache ich, wenn der alte Provider den AuthInfo-Code nicht herausgibt?

Erinnere ihn schriftlich an seine Pflicht zur Herausgabe. Bleibt er stur oder ist er gar nicht mehr erreichbar, gibt es über die DENIC ein Ersatzverfahren, bei dem der Code per Post direkt an den Domaininhaber verschickt wird.

Zum Schluss in einfacher Sprache

Eine Domain kann man zu einem anderen Anbieter mitnehmen. Das nennt man Providerwechsel. Die Domain bleibt dabei die gleiche.

Für den Wechsel braucht man ein Passwort. Es heißt AuthInfo-Code. Den Code bekommt man vom alten Anbieter. Der Code gilt 30 Tage.

Ganz wichtig ist die Reihenfolge: Erst die Domain umziehen, dann beim alten Anbieter kündigen. Wer zuerst kündigt, riskiert, dass die Domain gelöscht wird.

Auch an die E-Mails denken. Die Postfächer beim alten Anbieter werden oft gelöscht. Vorher alles sichern.

Wenn man diese Regeln beachtet, merken die Besucher der Website vom Umzug nichts.